Chronik Schloss Gadow
Der Name "Gadow" bedeutet im "Haus" oder "Burg" und deutet schon auf eine frühe Geschichte hin. Gadow war auch schon in grauer Vorzeit als menschlicher
Siedlungsplatz bewohnt. Dies beweisen Funde im 19. Jahrhundert. Beim Ausheben eines Teiches hat man Reste eines alten Pfahlbaus und Teile eines Steinbeils
gefunden. Über die mittelalterliche Geschichte Gadows ist wenig bekannt.
1520/25 taucht in den Geschichtsbüchern ein Claus von Möllendorff in Verbindung mit seinem Rittersitz in Gadow auf. Die Wasserburg hat seit dem 16. Jahrhundert
der Familie von Mölldendorff als Wohnsitzt gedient. Zum Ende des 18. Jahrhunderts ist das Anwesen zu einem Wohnschloß umgebaut worden.
Graf Wichard Hugo ließ in Gadow ein 50 Morgen großes Stück Land einzäunen. Er schuf ein für die Mark einzigartiges Tierparadies, indem er Nandustrauße,
Elenantilopen, Känguruhs, Emus, Inambus, ausländische Enten, Gänse, Kraniche, schwarze Schwäne und andere Tierarten aussetzte. Noch heute ist der schwarze
Storch in der Gegend zu beobachten.
Im Frühjahr 1945 wurde das Schloß Gadow durch zahlreiche unterschiedliche Bevölkerungsgruppen geplündert. In der anschließenden Besatzungszeit verfielen die
Schloßgebäude nach und nach. Die gräfliche Familie verließ das Schloß. Dass Schloss und Park Gadow heute wieder solch eine harmonische Einheit bilden, ist
einigen günstigen Entwicklungen und Umständen während der Nachkriegsjahre zu verdanken. Das Schloss diente in den Jahren 1946 bis 1960 als Kinderheim. 1961 bis
1962 fanden hier Grenzpolizisten Einquartierung, während der Errichtung des eisernen Vorhangs. Nach anfänglichen Abrissplänen wurde dann 1963 eine
"Nutzungsneukonzeption" erarbeitet, wonach das Schloss Gadow künftig als FDGB-Ferienheim genutzt werden sollte. Nach langwierigen und aufwendigen
Umbauarbeiten, die das Innere zum Teil vollkommen veränderten, wurde das Schloss am 7. Oktober 1969 der neuen Bestimmung übergeben.
Nach der Wende blieb das Schloss für einige Jahre ungenutzt. 1993 wurden umfangreichen Renovierungsarbeiten durchgeführt. Das Schloß wurde seit dem als
Reitferienanlage für Kinder genutzt.
Im Februar 2007 ist Schloss Gadow von Peter Resnizek und Karl Scharmann erworben worden. Das Schloss wird weiter als Kinder- und Jugendschloss für
Klassenfahrten und Ferienfreizeiten geführt. Durch wesentliche Komfortverbesserungen wird das Schloss in Zukunft auch für Familien geeignet sein. Das ist/wird
neu
Eine Luftwärmepumpe ersetzt die Ölheizung
Strom von Greenpeace (regenerative Energien)
Biologische KläranlageSolarstromanlage - 41 KW
Zwei Außentreppenhäuser
Bolzplatz mit Toren am Schloss
Spielplatz mit Kletternetz, Schaukeln uvm.
Großer Schlecht-Wetter-Aktionsraum
Café mit Aussenterrasse an der Löcknitz
Hochseilgarten (Herbst 08)
Bogenschießanlage (Herbst 08)
Datei:Schloss Gadow Sammlung Duncker.jpg

 

CHRONIK SCHLOSS GADOW (aus Wikipedia)

Schloss Gadow ist ein ehemaliger Rittersitz im Nordwesten der Prignitz in Brandenburg. Es liegt inmitten der wald- und wiesenreichen Landschaft der Löcknitz-Niederung.

Zum Schloss gehört eine der schönsten und weiträumigsten Parkanlagen in der Region, mit dendrologisch wertvollem Bestand. Neben anderen Naturdenkmalen befindet sich dort die älteste Eiche des Landkreises Prignitz. Das Schloss ist denkmalgeschützt.

Gadow gehörte neben anderen Gütern in der Prignitz zu den uralten Besitzungen der aus der Altmark stammenden Familie von Moellendorff, die in der Prignitz zuerst im 13. und 14. Jahrhundert in Urkunden in Erscheinung trat und hier bald ausgedehnten Grundbesitz erwarb. Das Dorf Gadow wurde im 14. Jahrhundert wüst, während sich im Verlaufe des 15. Jahrhunderts hier aber ein Rittersitz etablierte. Von den mittelalterlichen Gebäuden dieser Anlage ist nichts erhalten. Nach vielerlei Umbauten entstand um 1790 wohl ganz neu ein spätbarockes Wohnhaus von zwei Geschossen, einem hohen Souterrain und einem Mansarddach, als Hans Georg Gottlob von Moellendorff (1758-1839) hier seinen Hausstand begründete und auch jene Gartenanlagen schuf, die später zu einem bedeutenden Landschaftspark erweitert wurden.

1804 bis 1816 war Gadow im Besitz des berühmten Generalfeldmarschalls Wichard Joachim Heinrich von Moellendorff (1724-1816), dessen Erbe sein Adoptivsohn Hugo von Wilamowitz-Moellendorff (1806-1865) wurde. Dessen Vater Daniel Theodor von Wilamowitz (1768-1837) hat 1818 im rechten Winkel an den bestehenden Barockbau zwei Flügel von gleicher Länge anbauen lassen und an Stelle der einstigen Freitreppe die noch heute zum Eingang führende geschwungene Rampe angelegt. Zwei Jahre zuvor (1816) ließ er auch das eindrucksvolle klassizistische Mausoleum am westlichen Ende des Parks nach Plänen des Berliner Baumeisters Samuel Sachs in Form eines griechischen Tempels errichten. Hier fand der berühmte friderizianische General seine letzte Ruhestätte. Als Hugo von Wilamowitz-Moellendorff 1829 Gadow selbst übernahm, begann der dendrologisch außerordentlich interessierte Mann damit, den vorhandenen Park im englischen Geschmack weiträumig durch neue Anlagen zu einem großen Landschaftspark mit Tiergarten, Gewächshaus, Eiskeller, Pferdeställen, Forsthaus etc. umzugestalten, in den diese Gebäude einbezogen und durch Sichtachsen in Beziehung zueinander gestellt wurden. Die reizvolle Umgebung des Schlosses mit der Löcknitz, einigen Teichen und Wiesen bot dafür die besten Voraussetzungen. In jenen Jahren begründete Hugo von Wilamowitz-Moellendorff hier außerdem eine berühmte Vollblutzucht, aus der später der legendäre Hengst „Scherz“ hervorging, den Franz Krüger nach dessen Siegen in England mit dem stolzen Besitzer, der 1857 in den Grafenstand erhoben wurde, malte.

1853 wurde schließlich das Schloss im klassizistischen Stil mit neuen Treppenhäusern, reichen Stuckdecken etc. eingreifend umgestaltet. Das Mansarddach wurde zu einem Mezzaningeschoß mit sehr flachem Schiefer-Walmdach verändert. Als Ergebnis entstand die noch heute bestehende monumentale Dreiflügelanlage mit zwei Hauptgeschossen, einem Souterrain- und Mezzaningeschoß. Im Innern haben sich nach dem Umbau des ganzen Schlosses Mitte der 1960er Jahre zu einem FDGB-Ferienheim keinerlei historische Strukturen oder gar Innendekorationen erhalten, das wertvolle Inventar ging 1945 größtenteils verloren.

Der ausgedehnte Landschaftspark wurde ab 1865 vom Grafen Wichard von Wilamowitz-Moellendorff (1835-1905) mit bedeutenden Anpflanzungen verschiedenster Gehölzarten (insbesondere Koniferen, Rhododendren und Douglasien) bereichert, die den Gadower Park zu einem der artenreichsten Landschaftsgärten der Mark Brandenburg machten. Er ist erhalten und wird gepflegt (u. a. Waldlehrpfad der Oberförsterei Gadow).

Seit 1994 wird das Schloss als Ferienanlage für Kinder und Familien genutzt.

 
 

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